09. Juli 2019
7. Dortmunder Flüchtlingsforum ein voller Erfolg!
7. Dortmunder Flüchtlingsforum ein voller Erfolg!
Eine Vielzahl regionaler Akteure folgte der Einladung zum 7. Dortmunder Flüchtlingsforum

Am 04.07.2019 öffnete das Heinrich-Schmitz-Bildungszentrum pünktlich um 9.30 Uhr seine Türen für das 7. Dortmunder Flüchtlingsforum. Nach den Grußworten Volker Milks (Regierungsvizepräsident, Bezirksregierung Arnsberg) und der Sozialdezernentin der Stadt Dortmund Birgit Zoerner, die die Arbeit der haupt- und ehrenamtlichen Akteure im Bereich der städtischen Integration für Geflüchtete in jeder Hinsicht lobten, Wachsamkeit gegenüber rechten Tendenzen einforderten und die Teilnehmer aufforderten sich bewußt zivilgesellschaftlich in der Integration von Geflüchteten weiter einzubringen lieferten die Referenten Dr. Lothar Becker (Leiter des Ausländeramtes zu Köln) und Birgit Naujoks (Flüchtlingsrat NRW) ganz juristische Fachpraxis hinsichtlich der gesetzlichen Grundlagen und Neuerungen zum Aufenthalt von Geflüchteten.

Herr Dr. Becker stellte im Rahmen seines Vortrags (ab 10.30 Uhr), das Integrationsmodell der Stadt Köln vor, das insbesondere im Hinblick auf die Ausbildungsduldung und die Integration von Familien mit Duldungsstatus einen wegweisenden Charakter hat und Vorbild für andere Kommunen sein kann, die die Anwendung des Aufenthaltsrechts noch nicht hinreichend im Sinne von Partizipation und Integration denken.  

Frau Naujoks vom Flüchtlingsrat NRW  erläuterte in ihrem Vortrag die Anwendungsimplikationen der weitreichenden gesetzlichen Änderungen zum Aufenthaltsrecht für Asylbewerber und Geduldete vom Juni 2019. Hier wurde das komplette gesetzliche Maßnahmenpaket vorgestellt, wobei sich einige der Gesetzänderungen, insbesondere die Duldung "Light" (§ 60c AufenthG) aus Sicht der Betroffenen eine Verschlimmbesserung darstellte.

Die Vorträge brachten Fachpratikern ein sinnvolles Update und Laien konnten einen Fundus gut recherchierter Informationen mit nach Hause nehmen. 

 

Nach einer Mittagspause begannen die Workshops zu folgenden Themen:

 

Die Arbeitsgruppen:
AG 1: Flüchtlinge in Betrieben – Erfahrungsgruppe von Betrieben für Betriebe
Immer mehr Geflüchtete fassen in den Betrieben Fuß – sei es als Auszubildende oder als Fachkraft. Wie die Integration im Betrieb erfolgreich gelingen kann und auch Hürden wie Ausbildungsduldung /-erlaubnis und Sprache überwunden werden können, zeigten die Beispiele einiger Akteure praxisnah. Des Weiteren
wurde der aktuelle Stand zur Umsetzung der berufsbezogenen Sprachförderung in der dualen Ausbildung vorgestellt, an der das DLZ Bildung und die VHS Dortmund gemeinsam arbeiten.

AG 2: Kommunale Bleiberechtsprogramme
In dieser Arbeitsgruppe wurden die Möglichkeiten diskutiert, innerhalb der bundes- und landesrechtlichen Rahmenbedingungen kommunal ein Bleiberecht für Geflüchtete unterstützt werden können. Das Beispiel der Kölner Ausländerbehörde, um die es im ersten Impulsvortrag ging wurde hier auch aufgegriffen. Die AG stimmte sich über die Ausprägungen der aktuellen Flüchtlingspolitik ab und gab Impulse hinsichtlich spezifischer Lösungsansätze für Dortmund.


AG 3: Dortmunder Angebote für Migration und Integration
Nachdem im letzten Jahr das „Dortmunder Netzwerk Neuzuwanderung" in dieser Arbeitsgruppe thematisiert wurde, ging es bei dem aktuellen Dortmunder Forum, um das sich bildende Dortmunder Dienstleistungszentrum Migration und Integration. Die Referenten erläuterten den neuen Zugang, über einen zentralen Anlaufpunkt werden die jeweiligen Kunden der ersten und zweiten Dienstleistungsebene zugeführt. Die erste Dienstleistungsebene bedient dabei die typischen und klassischen ausländerrechtlichen Fragestellungen rund um das Aufenthaltsrecht, während die zweite Dienstleistungsebene bereits die Themen: Arbeit, Integration, Teilhabe / Partizipation, bearbeitet und hier als verweisende und anleitende Stelle fungiert. Die Teilnehmer konnten wertvolle Impulse zu weiteren organisatorischen Verbesserung liefern.


AG 4: Geflüchtete in Not, was dann?
In dieser Arbeitsgruppe wurden Not-/Soforthilfe-Angebote für Geflüchtete in Dortmund unter die Lupe genommen. Beratungskräfte vermissen den „schnellen Draht“ zu speziellen Angeboten, an die sie umgehend verweisen können und Geflüchtete selbst finden bei akuten Notsituationen häufig keine
muttersprachlichen und gleichzeitig kultursensiblen Ansprechpartner.


AG 5: Arbeits- und Betriebskultur in Deutschland
Zahlreiche Dortmunder Betriebe beschäftigen Geflüchtete oder beabsichtigen dies. Sie wünschen sich von Bewerbern mit Fluchthintergrund, neben ausbaufähigen Deutschkenntnissen, sehnlichst ein Wissen und das Verständnis über die Arbeitskultur in deutschen Betrieben. Praktische Tipps, und wie wechselseitige Anerkennung und kultureller Austausch funktionieren kann war Thema in diesem Workshop.


AG 6: Alle gestalten mit…!?
Für Geflüchtete und ansässige Menschen kann Begegnung eine Möglichkeit zum Austausch sein und auch bei dem Aufbau persönliche Netzwerke helfen. Eine aktive Teilhabe am täglichen Stadtleben bietet darüber hinaus die Möglichkeit Kontakte und Teilhabe im Alltag zu fördern. Statt auf Unterschiede kann der Blick auf Gemeinsamkeiten gerichtet werden. Zwei Projekte gaben Beispiele
aus der Praxis.

In einer Abschlussrunde um 15 Uhr wurden noch über eine Stunde Ergebnisse mitgeteilt und Austausch gepflegt. Das dwf. bedankt sich insbesondere bei den Teilnehmern, die als Multiplikatoren fungieren, um auch unser Motto, dass sich Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen und Weiterbildung für jeden nach Deutschland gekommenen Menschen lohnen. Wir freuen uns auf das nächste Dortmunder Flüchtlingsforum 2020!